Router kaufen: Darauf solltest du beim Kauf achten

Du möchtest einen neuen Router kaufen, weißt aber nicht, welche Ausstattung du wirklich brauchst? Die Auswahl ist inzwischen groß: Wi-Fi 6, Wi-Fi 7, 2,5-Gigabit-LAN, Mesh, 6 GHz, VPN, Telefonanlage und zahlreiche weitere Funktionen stehen auf den Verpackungen.

Dabei ist nicht automatisch der Router mit den höchsten Zahlen die beste Wahl. Viel wichtiger ist, dass das Gerät zu deinem Internetanschluss, deiner Wohnung und deinen vorhandenen Netzwerkgeräten passt.

Für einen normalen Haushalt würde ich vor allem auf einen aktuellen WLAN-Standard, ausreichende LAN-Anschlüsse, zuverlässige Sicherheitsupdates und eine sinnvolle Erweiterbarkeit achten. Besitzt du ein NAS, nutzt mehrere Etagen oder möchtest besonders schnelle lokale Netzwerkverbindungen, kommen weitere Kriterien hinzu.

Router kaufen: Die wichtigsten Kriterien im Überblick

Bevor du verschiedene Modelle miteinander vergleichst, solltest du dir überlegen, welche Aufgaben dein Router tatsächlich übernehmen muss.

KriteriumWorauf du achten solltest
InternetanschlussRouter beziehungsweise Modem muss zu DSL, Kabel oder Glasfaser passen
WLANMindestens Wi-Fi 6, bei höheren Ansprüchen Wi-Fi 7
Frequenzbänder2,4 und 5 GHz sollten vorhanden sein, 6 GHz kann zusätzlich sinnvoll sein
LAN-AnschlüsseAnzahl und Geschwindigkeit passend zu PC, NAS, Switch und anderen Geräten
Multi-Gigabit2,5 Gbit/s oder mehr bei schnellem Internet oder schnellen lokalen Übertragungen
MeshSinnvoll bei größeren Wohnungen, Häusern oder mehreren Etagen
SicherheitWPA3, regelmäßige Firmware-Updates und möglichst automatische Updates
IPv6Sollte von einem aktuellen Router unterstützt werden
GastnetzEmpfehlenswert für Besucher und weniger vertrauenswürdige Geräte
TelefonieDECT, analoge Anschlüsse und VoIP nur nötig, wenn du sie tatsächlich nutzt

Nicht jede Funktion muss in deinem Router vorhanden sein. Wer nur eine kleine Wohnung mit einigen Smartphones, einem Notebook und einem Fernseher versorgen möchte, stellt andere Anforderungen als jemand mit NAS, mehreren Access Points und 2,5-Gigabit-Netzwerk.

Zuerst muss der Router zu deinem Internetanschluss passen

Router für DSL, Kabel und Glasfaser im Vergleich

Der beste WLAN-Router bringt dir wenig, wenn er nicht an deinem Internetanschluss betrieben werden kann. Deshalb solltest du zuerst klären, ob du DSL, Kabel oder Glasfaser verwendest und wo sich das dazugehörige Modem befindet.

Bei DSL-Routern ist das DSL-Modem häufig direkt eingebaut. Bei einem Kabelanschluss wird dagegen ein passendes Kabelmodem benötigt. Bei Glasfaser kann der Router je nach Anschluss direkt mit der Glasfasertechnik arbeiten oder hinter einem separaten Glasfasermodem beziehungsweise ONT angeschlossen werden.

Ein Router mit einem WAN- oder Internetanschluss besitzt also nicht zwangsläufig ein DSL-, Kabel- oder Glasfasermodem. Das ist beim Kauf eine häufige Stolperfalle.

Wenn du einen Router deines Internetanbieters ersetzen möchtest, solltest du außerdem prüfen, ob Telefonie und andere anbieterspezifische Funktionen mit dem neuen Gerät genutzt werden können. Zugangsdaten und erforderliche Einstellungen unterscheiden sich je nach Provider und Anschlussart.

Wie der grundlegende Aufbau funktioniert, erkläre ich ausführlicher in meiner Anleitung zum Router anschließen und richtig einrichten.

Welcher WLAN-Standard ist beim Router sinnvoll?

Wi-Fi 6, Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 im Vergleich

Bei einem Neukauf würde ich heute keinen Router mehr allein wegen eines besonders niedrigen Preises mit einem alten WLAN-Standard auswählen. Wi-Fi 6 ist für viele normale Heimnetze eine vernünftige Basis.

Wi-Fi 6 arbeitet mit 2,4 und 5 GHz und ist besonders darauf ausgelegt, die vorhandene Funkkapazität effizient zwischen mehreren Geräten aufzuteilen. Das ist in Haushalten mit Smartphones, Notebooks, Fernsehern und zahlreichen Smart-Home-Geräten wichtiger als eine möglichst hohe theoretische Spitzengeschwindigkeit.

Wi-Fi 6E erweitert Wi-Fi 6 um das 6-GHz-Band. Dieses zusätzliche Frequenzband kann sehr schnelle und weniger belastete Verbindungen ermöglichen, muss aber sowohl vom Router als auch vom jeweiligen Endgerät unterstützt werden.

Wi-Fi 7 beziehungsweise IEEE 802.11be ist die aktuell leistungsfähigste WLAN-Generation. Der Standard ermöglicht unter anderem sehr breite Kanäle und neue Verfahren wie Multi-Link Operation. Bei dafür ausgestatteten Geräten sind im 6-GHz-Band Kanalbreiten bis 320 MHz möglich.

Wi-Fi 7 würde ich vor allem interessant finden, wenn du einen Router für mehrere Jahre kaufst, bereits aktuelle Endgeräte besitzt, sehr schnelles Internet nutzt oder große Datenmengen zwischen PC und NAS übertragen möchtest.

Achte dabei nicht nur auf die Aufschrift „Wi-Fi 7“. Prüfe zusätzlich, welche Frequenzbänder und Funktionen das konkrete Modell tatsächlich unterstützt.

2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz sind nicht dasselbe

Mehr Frequenzbänder bedeuten nicht automatisch eine bessere Reichweite.

Das 2,4-GHz-Band erreicht normalerweise größere Entfernungen und kommt vergleichsweise gut durch Wände. Dafür stehen weniger Funkkanäle und weniger Kapazität zur Verfügung.

5 GHz bietet mehr Möglichkeiten für schnelle Verbindungen und ist für viele aktuelle Geräte das wichtigste WLAN-Band. Die Reichweite durch Wände und Decken kann aber geringer ausfallen.

6 GHz bietet zusätzliche Funkkapazität für kompatible Wi-Fi-6E- und Wi-Fi-7-Geräte. Gerade auf kurze Entfernung können damit sehr schnelle Verbindungen erreicht werden. Dicke Wände oder mehrere Etagen lassen sich damit jedoch nicht einfach überwinden.

Auch der Begriff „Tri-Band“ verdient einen genaueren Blick. Drei Funkbänder können beispielsweise aus 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz bestehen. Bei anderen Geräten werden dagegen zwei getrennte 5-GHz-Bänder verwendet.

Entscheidend ist deshalb die tatsächliche Ausstattung und nicht nur die Bezeichnung auf der Verpackung.

LAN-Anschlüsse und Multi-Gigabit nicht vergessen

LAN- und 2,5-Gigabit-Anschlüsse an einem Router erklärt

Auch bei einem leistungsfähigen WLAN-Router bleiben kabelgebundene Anschlüsse wichtig. Desktop-PCs, NAS-Systeme, Fernseher, Spielekonsolen oder Access Points lassen sich häufig zuverlässiger per Ethernet verbinden.

Gigabit-LAN mit 1 Gbit/s reicht für viele Heimnetzwerke weiterhin aus. Wenn du jedoch einen Internetanschluss mit mehr als 1 Gbit/s besitzt oder regelmäßig große Dateien zu einem schnellen NAS überträgst, sind 2,5-Gigabit-Anschlüsse interessant.

Schau dabei genau hin, welche Anschlüsse Multi-Gigabit unterstützen. Ein Router kann beispielsweise einen schnellen 2,5-Gbit/s-WAN-Port besitzen, während seine LAN-Anschlüsse nur mit 1 Gbit/s arbeiten. Dann hilft dir der schnelle WAN-Port nicht bei einer 2,5-Gbit/s-Verbindung zwischen PC und NAS.

Auch die Anzahl der Anschlüsse solltest du nicht unterschätzen. Zwei oder drei belegte Ports sind schnell erreicht.

Du musst deshalb allerdings keinen Router nur wegen seiner vielen LAN-Buchsen kaufen. Fehlende Anschlüsse lassen sich unkompliziert erweitern. Wie das funktioniert, zeige ich in meiner Anleitung zum Switch an den Router anschließen.

Mesh-Unterstützung ist bei größeren Wohnungen wichtig

Mesh-WLAN im Haus mit LAN-Backhaul über mehrere Etagen

In einer kleinen Wohnung kann ein zentral aufgestellter Router vollkommen ausreichen. In einem größeren Haus oder über mehrere Etagen stößt ein einzelner WLAN-Zugangspunkt dagegen schnell an physikalische Grenzen.

Dann ist es sinnvoll, bereits beim Routerkauf auf die Erweiterungsmöglichkeiten zu achten.

Ein Mesh-System kann mehrere WLAN-Zugangspunkte gemeinsam verwalten. Das erleichtert beispielsweise die zentrale Konfiguration von Netzwerkname, WLAN-Passwort und weiteren Einstellungen.

Noch wichtiger ist die Verbindung zwischen den Mesh-Punkten. Wenn Netzwerkkabel vorhanden sind, würde ich einen Router beziehungsweise ein Mesh-System bevorzugen, das Ethernet-Backhaul unterstützt. Die Verbindung zwischen den Zugangspunkten läuft dann per LAN und muss nicht ebenfalls über die Funkstrecke übertragen werden.

Du solltest außerdem prüfen, welche Mesh-Komponenten tatsächlich miteinander kompatibel sind. Nicht jeder Router lässt sich beliebig mit Geräten anderer Hersteller kombinieren.

Mehr dazu findest du in meiner Anleitung zum WLAN-Mesh einrichten.

Sicherheit und Updates gehören zu den wichtigsten Kaufkriterien

Ein Router arbeitet normalerweise rund um die Uhr und bildet die Verbindung zwischen deinem privaten Netzwerk und dem Internet. Seine Sicherheitsfunktionen sind deshalb mindestens genauso wichtig wie die maximale WLAN-Geschwindigkeit.

Bei einem neuen Router würde ich auf WPA3 achten. Für ältere Geräte kann zusätzlich ein kompatibler WPA2-Betrieb erforderlich sein. Veraltete Verfahren wie WEP solltest du dagegen nicht mehr verwenden.

Ebenso wichtig ist die Versorgung mit Firmware-Updates. Ein guter Hersteller sollte Sicherheitslücken über einen längeren Zeitraum schließen und neue Firmware möglichst komfortabel bereitstellen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt ebenfalls WPA3 beziehungsweise ersatzweise WPA2 und rät dazu, verfügbare Router-Updates zu installieren. Wenn möglich, sollten automatische Aktualisierungen genutzt werden.

Weitere Hinweise findest du direkt beim BSI zum sicheren Einrichten von Router und WLAN.

Aus meiner mehr als 30-jährigen praktischen Beschäftigung mit Computern und Netzwerktechnik würde ich einen Router mit zuverlässiger Updateversorgung jederzeit einem Modell vorziehen, das nur mit beeindruckenden Geschwindigkeitsangaben wirbt.

Gastnetz und getrennte Gerätebereiche sind praktisch

Ein Gäste-WLAN gehört für mich ebenfalls zu den sinnvollen Routerfunktionen. Besucher können damit deinen Internetanschluss nutzen, ohne dass sie sich im gleichen Netzwerk wie deine PCs, NAS-Systeme oder Netzwerkdrucker befinden müssen.

Entscheidend ist dabei die tatsächliche Trennung vom privaten Heimnetz. Eine zweite WLAN-Bezeichnung allein reicht nicht aus.

Gerade bei vielen Smart-Home-Geräten kann eine zusätzliche Trennung ebenfalls interessant sein. Ob und wie getrennte Netzwerke unterstützt werden, unterscheidet sich allerdings deutlich zwischen den Routermodellen.

Wie ein Gastnetz funktionieren sollte, erkläre ich ausführlicher im Ratgeber WLAN-Gastzugang sicher einrichten.

IPv6, VPN und Fernzugriff rechtzeitig berücksichtigen

Ein aktueller Router sollte IPv6 unterstützen. Moderne Internetanschlüsse können IPv4 und IPv6 parallel verwenden oder bestimmte Dienste über IPv6 bereitstellen. Anforderungen an IPv6-Router für private Internetanschlüsse sind seit Jahren standardisiert.

Interessant werden die Details vor allem dann, wenn du von unterwegs auf dein Heimnetz zugreifen möchtest. Viele Router besitzen dafür einen integrierten VPN-Server oder unterstützen moderne VPN-Verfahren.

Du solltest allerdings zwischen Routerfunktion und Internetanschluss unterscheiden. Ein Router kann dir keine öffentliche IPv4-Adresse verschaffen, wenn dein Provider dir keine zur Verfügung stellt.

Das kann beispielsweise bei bestimmten Anschlüssen mit Carrier-Grade NAT oder anderen IPv4-Übergangstechniken eine Rolle spielen. Für VPN-Zugriffe, selbst betriebene Dienste oder bestimmte Portfreigaben solltest du deshalb nicht nur den Router, sondern auch die Eigenschaften deines Internetanschlusses prüfen.

Telefonanlage, DECT und USB nur kaufen, wenn du sie brauchst

Viele Router sind längst mehr als reine Netzwerkgeräte. Sie können zusätzlich Telefonanlage, DECT-Basisstation, USB-Speicher, Medienserver oder Smart-Home-Zentrale sein.

Solche Funktionen sind praktisch, wenn du sie tatsächlich verwendest.

Nutzt du beispielsweise schnurlose Telefone direkt am Router, solltest du vor dem Kauf prüfen, ob eine passende DECT-Basis vorhanden ist. Für analoge Telefone werden entsprechende Telefonanschlüsse benötigt.

USB-Anschlüsse können für Drucker oder externe Speicher interessant sein. Für regelmäßige Backups und große Datenmengen würde ich allerdings ein richtiges NAS nicht allein durch eine USB-Festplatte am Router ersetzen.

Zusatzfunktionen erhöhen nicht automatisch die Qualität des eigentlichen Netzwerks. Wenn du sie nicht benötigst, müssen sie deshalb auch kein Kaufargument sein.

Lass dich nicht von großen Geschwindigkeitszahlen täuschen

Auf Routerverpackungen findest du Angaben wie AX3000, AX6000 oder BE9000. Solche Werte sind gut zum groben Vergleich innerhalb einer Produktklasse geeignet, entsprechen aber nicht einfach der Geschwindigkeit, die ein einzelner PC später erreicht.

Häufig werden theoretisch mögliche Datenraten verschiedener Funkbänder zusammengerechnet. Zusätzlich hängen reale Übertragungsraten von WLAN-Adapter, Entfernung, Kanalbreite, Störungen, Antennenausstattung und anderen Geräten ab.

Auch vier, sechs oder acht sichtbare Antennen bedeuten nicht automatisch eine entsprechend größere Reichweite.

Ein wichtiger Grundsatz lautet deshalb: Der Router und das Endgerät müssen zusammenpassen. Ein Wi-Fi-7-Router macht aus einem Notebook mit Wi-Fi 5 keinen Wi-Fi-7-Client.

Welcher Router passt zu welchem Heimnetz?

Für die meisten Käufer lässt sich die Auswahl auf einige typische Situationen reduzieren:

NutzungSinnvolle Ausstattung
Kleine Wohnung, normales Surfen und StreamingWi-Fi 6, Gigabit-LAN, WPA3
Viele Geräte und schneller Internetanschlussleistungsfähiger Wi-Fi-6- oder Wi-Fi-7-Router
Haus oder mehrere EtagenMesh-Unterstützung, möglichst Ethernet-Backhaul
NAS und große Dateiübertragungen2,5-Gigabit-LAN oder schneller
Viele aktuelle WLAN-GeräteWi-Fi 7 und gegebenenfalls 6 GHz
Viele ältere WLAN- oder Smart-Home-Gerätegute 2,4-GHz-Unterstützung und kompatibler WPA2/WPA3-Betrieb
Festnetztelefonie über den Routerpassende Telefonanschlüsse beziehungsweise DECT
Besucher-WLANsauber getrenntes Gastnetz

Für einen normalen Haushalt musst du also nicht automatisch das teuerste Spitzenmodell kaufen. Oft ist ein gut ausgestatteter Mittelklasse-Router die sinnvollere Wahl.

Drei Router, die je nach Anschluss gut passen

Wenn du nach den technischen Kriterien noch eine konkrete Orientierung suchst, kommen je nach Internetanschluss unterschiedliche Modelle infrage. Entscheidend ist auch hier, dass der Router zu deinem Anschluss und deinen Anforderungen passt.

Hinweis: Bei den folgenden Produktlinks handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

FRITZ!Box 7630 – meine Empfehlung für einen DSL-Anschluss

Die FRITZ!Box 7630 ist eine interessante Wahl, wenn du einen aktuellen Router für einen normalen DSL-Anschluss suchst. Sie besitzt ein integriertes DSL-Modem für Anschlüsse bis 300 Mbit/s und unterstützt Wi-Fi 7 auf 2,4 und 5 GHz.

Für kabelgebundene Geräte stehen drei Gigabit-LAN-Anschlüsse sowie ein 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Port zur Verfügung. WLAN-Mesh, Telefonanlage und DECT sind ebenfalls integriert. Für viele private DSL-Heimnetze bietet die 7630 damit eine Ausstattung, bei der du nicht unnötig für High-End-Funktionen bezahlen musst.

FRITZ!Box 6670 Cable – für den Kabelanschluss

Wenn dein Internet über das TV-Kabelnetz kommt, brauchst du einen dafür geeigneten Kabelrouter. Die FRITZ!Box 6670 Cable besitzt ein integriertes DOCSIS-3.1-Kabelmodem und unterstützt ebenfalls Wi-Fi 7.

Neben vier Gigabit-LAN-Anschlüssen steht ein 2,5-Gigabit-LAN-Port zur Verfügung. Auch Mesh-WLAN, DECT und Telefoniefunktionen sind vorhanden. Damit ist sie eine interessante Komplettlösung, wenn du das Routergerät deines Kabelanbieters durch einen eigenen Router ersetzen möchtest. Vor dem Kauf solltest du trotzdem prüfen, ob dein Anbieter den Einsatz eines eigenen Kabelrouters unterstützt und welche Aktivierung dafür erforderlich ist.

FRITZ!Box 5690 Pro – für Glasfaser und hohe Ansprüche

Deutlich höher angesiedelt ist die FRITZ!Box 5690 Pro. Sie lässt sich sowohl an DSL als auch direkt an geeigneten Glasfaseranschlüssen betreiben und ist deshalb besonders interessant, wenn bei dir ein Wechsel von DSL auf Glasfaser ansteht.

Beim WLAN bietet sie Wi-Fi 7 auf 5 und 6 GHz sowie Wi-Fi 6 auf 2,4 GHz. Das zusätzliche 6-GHz-Band kann bei aktuellen Endgeräten für hohe Datenraten und zusätzliche Funkkapazität sorgen. Gerade bei vielen schnellen WLAN-Geräten oder einem anspruchsvollen Heimnetz ist das ein Vorteil.

Für einen einfachen DSL-Anschluss mit wenigen Geräten wäre die 5690 Pro für mich allerdings unnötig aufwendig. Bei einem direkten Glasfaseranschluss solltest du außerdem vor dem Kauf prüfen, ob die verwendete Glasfasertechnik und dein Anbieter mit dem Router kompatibel sind.

Checkliste für den Routerkauf

Vor dem Kauf würde ich diese Punkte einmal durchgehen:

  • Passt der Router zu DSL, Kabel, Glasfaser oder meinem vorhandenen Modem?
  • Kann ich meine Telefonie weiterhin nutzen?
  • Unterstützt der Router mindestens Wi-Fi 6?
  • Brauche ich Wi-Fi 7 oder das 6-GHz-Band?
  • Sind genügend LAN-Anschlüsse vorhanden?
  • Benötige ich 2,5-Gigabit-LAN?
  • Lässt sich das WLAN später per Mesh erweitern?
  • Ist Ethernet-Backhaul möglich?
  • Werden WPA3 und aktuelle Sicherheitsfunktionen unterstützt?
  • Liefert der Hersteller regelmäßig Firmware-Updates?
  • Kann ich automatische Updates aktivieren?
  • Unterstützt der Router IPv6?
  • Gibt es ein sauber getrenntes Gäste-WLAN?
  • Benötige ich VPN, DECT, USB oder andere Zusatzfunktionen?

Wenn du diese Fragen beantworten kannst, lässt sich die Auswahl meist erheblich verkleinern.

Fazit: Beim Router kaufen zählt das gesamte Heimnetz

Wenn du einen Router kaufen möchtest, solltest du nicht nur auf die höchste WLAN-Geschwindigkeit schauen. Zuerst muss das Gerät zu deinem Internetanschluss passen. Danach sind WLAN-Standard, Frequenzbänder, LAN-Anschlüsse, Mesh-Unterstützung, Sicherheit und Updateversorgung entscheidend.

Für ein normales Heimnetz ist Wi-Fi 6 weiterhin eine solide Grundlage. Wi-Fi 7 lohnt sich besonders bei einem Neukauf mit längerem Planungshorizont, aktuellen Endgeräten, schnellem Internet oder hohen Anforderungen an das lokale Netzwerk.

Ich würde lieber einen zuverlässig gepflegten Router mit passenden Anschlüssen und guten Erweiterungsmöglichkeiten kaufen als für technische Funktionen bezahlen, die im eigenen Heimnetz niemals genutzt werden. Entscheidend ist nicht die größte Zahl auf dem Karton, sondern ob der Router zu deinen Geräten und deinem tatsächlichen Netzwerkaufbau passt.