Smart Home Gastnetzwerk: So schützt du dein Heimnetz

Ein Smart Home Gastnetzwerk kann eine einfache Möglichkeit sein, smarte Geräte vom restlichen Heimnetzwerk zu trennen. WLAN-Steckdosen, Überwachungskameras, smarte Lampen oder günstige Haushaltsgeräte benötigen häufig nur eine Internetverbindung. Trotzdem befinden sie sich oft im selben Netzwerk wie dein Computer, dein Smartphone oder dein NAS.

Das kann problematisch werden, wenn ein Gerät Sicherheitslücken besitzt oder vom Hersteller keine Updates mehr erhält. Im ungünstigsten Fall könnte ein Angreifer ein solches Gerät als Ausgangspunkt nutzen, um weitere Geräte in deinem Netzwerk anzugreifen.

Ein separates Gastnetzwerk schafft hier eine zusätzliche Schutzschicht. Die smarten Geräte können weiterhin auf das Internet zugreifen, haben bei richtiger Konfiguration aber keinen direkten Zugriff auf deine privaten Netzwerkgeräte.

Allerdings eignet sich diese Lösung nicht für jedes Smart-Home-Gerät. Manche benötigen eine direkte Verbindung zum Smartphone, zu einer Steuerzentrale oder zu anderen Geräten im Heimnetz.

Entscheidend ist deshalb, welche Geräte du trennen kannst und welche Funktionen dein Router tatsächlich unterstützt.

Warum Smart-Home-Geräte ein Sicherheitsrisiko sein können

Viele Smart-Home-Geräte sind kleine Computer mit eigener Software und einer Netzwerkverbindung. Sie kommunizieren über WLAN mit dem Router und häufig zusätzlich mit Servern des Herstellers.

Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Problematisch wird es, wenn die Software Sicherheitslücken enthält oder über längere Zeit nicht aktualisiert wird.

Gerade bei günstigen Geräten ist manchmal unklar, wie lange der Hersteller Sicherheitsupdates bereitstellt. Einige Produkte funktionieren zwar jahrelang, erhalten aber schon nach kurzer Zeit keine neue Firmware mehr.

Mögliche Risiken sind beispielsweise:

  • Veraltete Firmware: Bekannte Sicherheitslücken bleiben möglicherweise ungepatcht.
  • Schlecht geschützte Netzwerkdienste: Ein Gerät bietet unnötige oder unzureichend abgesicherte Zugriffsmöglichkeiten.
  • Unsichere Standardeinstellungen: Bestimmte Funktionen sind bereits ab Werk aktiviert.
  • Kompromittierte Geräte: Schadsoftware könnte versuchen, andere Geräte im Netzwerk zu erreichen.
  • Unnötige Netzwerkkommunikation: Ein Gerät stellt Verbindungen her, die für seine eigentliche Aufgabe nicht erforderlich erscheinen.

Nicht jede smarte Steckdose oder WLAN-Lampe ist automatisch unsicher. Auch bekannte Hersteller können allerdings Sicherheitsprobleme haben.

Besonders kritisch ist die gemeinsame Nutzung eines Netzwerks mit Geräten, auf denen persönliche Daten gespeichert sind.

Ein NAS mit Familienfotos, ein Windows-PC mit wichtigen Dokumenten oder ein Computer für das Onlinebanking sollte möglichst wenig Angriffsfläche gegenüber weniger vertrauenswürdigen Geräten bieten.

Genau hier hilft die Trennung durch ein Gastnetzwerk.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, weniger vertrauenswürdige Smart-Home-Geräte in einem separaten Gäste-WLAN zu betreiben. Dadurch lassen sie sich von sensiblen Geräten und Diensten im privaten Heimnetz trennen.

Wie ein Smart Home Gastnetzwerk funktioniert

Smart Home Gastnetzwerk trennt smarte Geräte vom privaten Heimnetz

Ein Gastnetzwerk ist ein zusätzlicher Netzwerkbereich, den viele moderne Router bereitstellen. Ursprünglich wurde diese Funktion entwickelt, damit Besucher einen Internetzugang erhalten, ohne gleichzeitig auf private Geräte zugreifen zu können. Wie du einen WLAN-Gastzugang für Besucher sicher einrichtest, erkläre ich in einer eigenen Anleitung.

Dafür stellt der Router normalerweise einen zusätzlichen WLAN-Namen bereit. Dieser wird auch als SSID bezeichnet.

Dein Heimnetz könnte beispielsweise so aussehen:

NetzwerkVerbundene Geräte
HeimnetzComputer, Smartphones, NAS, Drucker
GastnetzwerkWLAN-Steckdosen, smarte Lampen, einfache WLAN-Kameras

Die beiden Netzwerke verwenden unterschiedliche Zugangsdaten. Bei einer echten Netzwerkisolierung verhindert der Router außerdem, dass Geräte aus dem Gastnetz direkt auf das private Heimnetz zugreifen.

Ein Gerät im Gastnetz kann dann beispielsweise nicht ohne Weiteres eine Windows-Dateifreigabe oder die Verwaltungsoberfläche deines NAS erreichen.

Wichtig ist allerdings ein Unterschied: Ein zweiter WLAN-Name allein bedeutet noch keine sichere Netzwerkisolierung.

Manche Router können mehrere WLAN-Namen bereitstellen, ohne die angeschlossenen Geräte tatsächlich voneinander zu trennen.

Entscheidend ist deshalb, dass der Router den Zugriff zwischen Gastnetz und Heimnetz blockiert.

Trennung vom Heimnetz und Trennung untereinander

Bei der Einrichtung solltest du zwei unterschiedliche Schutzfunktionen beachten.

Die erste verhindert Verbindungen vom Gastnetz zu deinem privaten Heimnetz. Diese Trennung ist für die Absicherung deiner Computer und persönlichen Daten besonders wichtig.

Die zweite Funktion verhindert, dass Geräte innerhalb des Gastnetzwerks direkt miteinander kommunizieren können.

Je nach Router heißt diese Einstellung beispielsweise WLAN-Isolation, Client-Isolation oder Kommunikation zwischen WLAN-Geräten erlauben.

Eine solche zusätzliche Trennung kann sinnvoll sein, wenn du mehrere wenig vertrauenswürdige Geräte betreibst.

Allerdings benötigen manche Smart-Home-Produkte eine direkte Verbindung zu anderen Geräten. Eine vollständige Isolation aller WLAN-Teilnehmer kann dann Probleme verursachen.

Für ein typisches Heimnetzwerk würde ich deshalb zunächst die Trennung zwischen Heimnetz und Gastnetz sicherstellen. Die zusätzliche Isolation innerhalb des Gastnetzes sollte von den Anforderungen deiner Geräte abhängen.

Welche Smart-Home-Geräte gehören ins Gastnetzwerk?

Nicht jedes smarte Gerät muss zwangsläufig in einem separaten Netzwerk betrieben werden.

Am besten eignen sich Geräte, die ihre Funktionen hauptsächlich über eine Internetverbindung und die Cloud des Herstellers bereitstellen.

Andere Produkte sind dagegen auf eine direkte Kommunikation innerhalb deines Heimnetzwerks angewiesen.

Die folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung.

GerätGastnetzwerk sinnvoll?Besonderheit
WLAN-SteckdoseHäufig jaCloud-Steuerung funktioniert oft weiterhin
Smarte WLAN-LampeHäufig jaAbhängig von App und Steuerung
WLAN-ÜberwachungskameraBedingtLokale Aufzeichnung oder NAS-Zugriff kann ausfallen
SaugroboterHäufig jaKarten und Steuerung laufen oft über die Cloud
Smarter LuftreinigerHäufig jaMeist nur Internetverbindung erforderlich
Smart-TVBedingtStreaming funktioniert meist, lokales Casting eventuell nicht
Streaming-StickBedingtSmartphone-Steuerung und lokale Übertragung beachten
Smart-Home-ZentraleEher neinBenötigt häufig Zugriff auf lokale Geräte
WLAN-DruckerEher neinGeräte im Heimnetz müssen ihn erreichen können

Diese Einschätzungen sind keine festen Regeln. Zwei Geräte derselben Kategorie können sich völlig unterschiedlich verhalten.

Eine WLAN-Steckdose lässt sich möglicherweise problemlos aus dem Gastnetz über die Hersteller-App steuern. Eine andere Steckdose benötigt dagegen eine lokale Verbindung zum Smartphone.

Auch bei Überwachungskameras kommt es auf die Nutzung an.

Speichert eine Kamera ihre Aufnahmen ausschließlich in der Cloud, kann die Trennung gut funktionieren. Soll sie dagegen direkt auf ein NAS im Heimnetz schreiben, blockiert die Netzwerkisolierung möglicherweise genau diese Verbindung.

Meine Empfehlung: Beginne mit einfachen WLAN-Geräten, die keine lokalen Verbindungen benötigen. So kannst du die Sicherheit erhöhen, ohne deine gesamte Smart-Home-Steuerung umzubauen.

Smart Home Gastnetzwerk am Router einrichten

Die Einrichtung erfolgt normalerweise direkt über die Benutzeroberfläche deines Routers.

Die genaue Vorgehensweise hängt vom Hersteller und der installierten Firmware ab. Eine FRITZ!Box bietet beispielsweise andere Einstellmöglichkeiten als ein Speedport oder ein Router deines Internetanbieters.

Die grundlegenden Schritte sind aber ähnlich.

Schritt 1: Router-Einstellungen öffnen

Verbinde deinen Computer oder dein Smartphone mit deinem normalen Heimnetzwerk.

Öffne anschließend die Verwaltungsoberfläche deines Routers. Verwende dafür die Adresse oder den Zugang, der für dein Routermodell vorgesehen ist.

Melde dich mit deinen Administrator-Zugangsdaten an.

Suche in den Einstellungen nach einer Funktion wie:

  • Gastzugang
  • Gast-WLAN
  • Gastnetzwerk
  • Guest Network

Bei manchen Routern befindet sich diese Funktion unter den WLAN-Einstellungen, bei anderen in einem eigenen Bereich.

Falls du keine entsprechende Option findest, prüfe die Bedienungsanleitung deines Routers. Nicht jedes Gerät unterstützt ein getrenntes Gastnetzwerk.

Schritt 2: Gastnetzwerk aktivieren

Gastnetzwerk am ARRIS-Router über die WLAN-Einstellungen einrichten

Aktiviere die Gastnetzwerk-Funktion und vergib einen eigenen WLAN-Namen.

Ein Beispiel wäre:

  • Normales WLAN: MeinHeimnetz
  • Smart-Home-WLAN: SmartHome-Gast

Die Namen dienen nur zur Unterscheidung. Sie haben keinen Einfluss darauf, wie sicher das Netzwerk ist.

Verwende für das Gastnetzwerk ein eigenes, ausreichend langes WLAN-Passwort. Es sollte sich vom Passwort deines privaten Heimnetzes unterscheiden. Worauf es bei der Länge und Zusammensetzung ankommt, erkläre ich in meinem Ratgeber zum sicheren WLAN-Passwort.

Bei der Verschlüsselung ist WPA3 sinnvoll, wenn Router und Geräte es unterstützen. Da viele ältere Smart-Home-Produkte damit nicht zurechtkommen, kann WPA2 mit AES-Verschlüsselung erforderlich sein.

Unterstützt dein Router einen gemischten WPA2/WPA3-Modus, kannst du prüfen, ob sich deine Geräte damit zuverlässig verbinden. Welche Unterschiede zwischen WPA2 und WPA3 bestehen und wann der Mischmodus sinnvoll ist, habe ich ausführlicher erklärt.

Vermeide ein unverschlüsseltes Gast-WLAN.

Schritt 3: Zugriff auf das Heimnetz sperren

Dieser Schritt ist für die Sicherheit besonders wichtig.

Prüfe, ob dein Router eine Einstellung anbietet, mit der Geräte im Gastnetz auf das private Heimnetz zugreifen dürfen.

Falls eine solche Freigabe vorhanden ist, sollte sie für die gewünschte Trennung deaktiviert sein.

Bei einigen Routern ist diese Sperre bereits fest vorgegeben. Andere Geräte bieten zusätzliche Optionen für die Kommunikation zwischen den Netzwerkbereichen.

Achte darauf, dass du tatsächlich einen isolierten Gastzugang verwendest und nicht lediglich ein zweites WLAN mit Zugriff auf dasselbe lokale Netzwerk.

Auch eine mögliche Option zur Kommunikation zwischen Geräten innerhalb des Gastnetzes solltest du prüfen.

Wenn du ausschließlich unabhängig arbeitende Cloud-Geräte anschließen möchtest, kann eine zusätzliche Client-Isolation sinnvoll sein.

Benötigen deine Geräte untereinander eine direkte Verbindung, muss diese Funktion möglicherweise deaktiviert bleiben.

Schritt 4: Smart-Home-Geräte verbinden

Verbinde jetzt zunächst ein einzelnes Smart-Home-Gerät mit dem neuen WLAN.

Öffne dazu die App des jeweiligen Herstellers und suche nach den Einstellungen für die WLAN-Verbindung.

Manche Geräte erlauben einen direkten Wechsel des WLANs. Andere müssen erneut eingerichtet oder in einen Kopplungsmodus versetzt werden.

Beachte dabei, dass viele Smart-Home-Geräte ausschließlich WLAN im 2,4-GHz-Frequenzband unterstützen.

Wenn dein Router das Gastnetz nur auf 5 GHz bereitstellt, können sich solche Geräte nicht verbinden.

Bei Routern mit beiden Frequenzbändern solltest du deshalb prüfen, ob das Gastnetz auch über 2,4 GHz erreichbar ist.

Teste anschließend, ob sich das Gerät über die App bedienen lässt.

Funktioniert alles wie erwartet, kannst du weitere geeignete Geräte umstellen.

Schritt 5: Netzwerkisolierung überprüfen

Eine erfolgreiche WLAN-Verbindung bedeutet noch nicht, dass die Trennung richtig funktioniert.

Du solltest deshalb kontrollieren, ob das Gastnetz tatsächlich vom Heimnetz isoliert ist.

Am einfachsten geht das mit einem Smartphone oder Laptop:

  1. Verbinde das Testgerät mit deinem normalen Heimnetz und prüfe, ob du einen lokalen Netzwerkdienst erreichst, beispielsweise die Oberfläche deines NAS.
  2. Wechsle anschließend mit demselben Gerät in das Gastnetzwerk.
  3. Versuche erneut, denselben lokalen Dienst über seine interne IP-Adresse aufzurufen.
  4. Prüfe gleichzeitig, ob normale Internetseiten weiterhin erreichbar sind.

Bei korrekt eingerichteter Trennung sollte der Zugriff auf den privaten Netzwerkdienst aus dem Gastnetz scheitern.

Der Internetzugang sollte dagegen weiterhin funktionieren.

Beachte, dass Firewalls oder andere Sicherheitseinstellungen einen Zugriff ebenfalls verhindern können. Deshalb ist der Vergleich mit demselben Testgerät im normalen Heimnetz hilfreich.

Wenn du den Dienst aus beiden Netzwerken erreichen kannst, solltest du die Gastnetz-Einstellungen genauer überprüfen.

Wenn Smart-Home-Geräte im Gastnetzwerk nicht funktionieren

Nach dem Wechsel ins Gastnetzwerk kann es vorkommen, dass ein Gerät zwar mit dem WLAN verbunden ist, sich aber nicht mehr richtig bedienen lässt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das Gastnetzwerk fehlerhaft eingerichtet wurde.

Oft ist die Netzwerkisolierung genau der Grund, weshalb bestimmte Funktionen nicht mehr erreichbar sind.

Die App findet das Smart-Home-Gerät nicht

Viele Smart-Home-Apps suchen bei der Ersteinrichtung automatisch nach Geräten im lokalen Netzwerk.

Dafür verwenden sie Verfahren wie Multicast oder Broadcast. Dabei werden Informationen an mehrere Geräte im Netzwerk gesendet.

Befindet sich dein Smartphone im Heimnetz und das Smart-Home-Gerät im isolierten Gastnetz, können diese Suchanfragen normalerweise nicht zwischen den beiden Bereichen ausgetauscht werden.

Die App findet das Gerät dann möglicherweise nicht.

Eine mögliche Lösung besteht darin, dein Smartphone vorübergehend mit dem Gast-WLAN zu verbinden und die Einrichtung erneut zu versuchen.

Das funktioniert allerdings nur, wenn der Router die Kommunikation zwischen Geräten innerhalb des Gastnetzes erlaubt.

Außerdem muss die App eine Einrichtung innerhalb dieses Netzwerks unterstützen.

Nach erfolgreicher Einrichtung kannst du prüfen, ob die spätere Steuerung über die Cloud auch aus deinem normalen Heimnetz funktioniert.

Chromecast, AirPlay oder lokale Steuerung funktionieren nicht

Einige Geräte benötigen eine direkte Verbindung zum Smartphone oder Computer.

Dazu gehören beispielsweise bestimmte Funktionen von Chromecast, AirPlay oder lokal gesteuerten Smart-Home-Geräten.

Die automatische Geräteerkennung verwendet häufig Multicast-Verfahren wie mDNS. Ein isoliertes Gastnetz lässt diese Kommunikation normalerweise nicht einfach zwischen den Netzwerkbereichen zu.

Deshalb kann ein Streaming-Gerät weiterhin Internetvideos abspielen, während die Übertragung vom Smartphone nicht mehr funktioniert.

Bei solchen Geräten ist die Unterbringung im Gastnetz häufig unpraktisch.

Für ein normales Heimnetz würde ich Geräte, die regelmäßig lokal miteinander kommunizieren müssen, eher gemeinsam im privaten Netzwerk betreiben.

Das Gerät verbindet sich nicht mit dem WLAN

Wenn bereits die WLAN-Verbindung scheitert, liegt das Problem nicht unbedingt an der Netzwerkisolierung.

Prüfe zunächst diese Punkte:

  • Unterstützt das Gerät das verwendete Frequenzband?
  • Ist das Gastnetz über 2,4 GHz erreichbar?
  • Unterstützt das Gerät die eingestellte WPA-Verschlüsselung?
  • Wurde das richtige WLAN-Passwort eingegeben?
  • Ist eine Begrenzung der zugelassenen Geräte aktiv?
  • Ist das Gastnetz dauerhaft eingeschaltet oder zeitlich begrenzt?

Einige Router bieten Gastzugänge, die sich nach einer bestimmten Zeit automatisch deaktivieren.

Für dauerhaft betriebene Smart-Home-Geräte wäre eine solche Einstellung ungeeignet.

Wenn das Gerät zwar eine WLAN-Verbindung aufbaut, aber keinen Internetzugang erhält, solltest du zusätzlich die Zugangsregeln des Gastnetzes kontrollieren.

Gastnetzwerk oder VLAN: Welche Lösung ist besser?

Ein Gastnetzwerk ist für viele Privatanwender die einfachste Möglichkeit, Smart-Home-Geräte vom Heimnetz zu trennen.

Wer mehr Kontrolle benötigt, kann stattdessen mit sogenannten VLANs arbeiten.

VLAN steht für Virtual Local Area Network. Damit lassen sich unterschiedliche logische Netzwerke über eine gemeinsame Netzwerkinfrastruktur betreiben.

Ein VLAN kann beispielsweise für Computer, ein weiteres für Smart-Home-Geräte und ein drittes für Gäste eingerichtet werden.

Allerdings benötigt diese Lösung passende Netzwerkhardware und eine entsprechende Konfiguration.

EigenschaftGastnetzwerkVLAN
EinrichtungMeist einfach über den RouterAufwendiger
Zusätzliche HardwareOft nicht erforderlichAbhängig von vorhandenen Geräten
NetzwerkbereicheMeist wenige, fest vorgegebeneMehrere individuell möglich
ZugriffsregelnHäufig nur grundlegende OptionenMit geeigneter Firewall detailliert steuerbar
LAN-Geräte einbindenOft nicht möglichMit passender Hardware möglich
Für EinsteigerGut geeignetEher für Fortgeschrittene

Ein VLAN allein ist allerdings noch keine vollständige Sicherheitslösung.

Damit Geräte aus verschiedenen VLANs nicht unkontrolliert miteinander kommunizieren können, müssen passende Regeln auf dem Router oder einer Firewall eingerichtet werden.

Der größte Vorteil liegt in der Flexibilität.

Du kannst beispielsweise festlegen, dass dein Smartphone eine bestimmte Smart-Home-Zentrale erreichen darf, während andere Verbindungen zwischen den Netzwerken blockiert bleiben.

Ein gewöhnlicher Gastzugang bietet solche gezielten Ausnahmen häufig nicht.

Für ein Heimnetz mit einigen WLAN-Steckdosen, Lampen und einem Saugroboter halte ich ein richtig isoliertes Gastnetzwerk meist für ausreichend.

Ein VLAN lohnt sich eher, wenn du viele Geräte betreibst, kabelgebundene Smart-Home-Komponenten einbinden möchtest oder bestimmte Verbindungen zwischen getrennten Netzwerken ausdrücklich erlauben musst.

Welche Grenzen hat die Trennung über das Gastnetzwerk?

Ein Gastnetzwerk schützt dein Heimnetz vor direkten Zugriffen durch weniger vertrauenswürdige Geräte. Es macht die angeschlossenen Smart-Home-Produkte aber nicht automatisch sicher.

Eine kompromittierte WLAN-Kamera kann beispielsweise weiterhin eine Verbindung zum Internet herstellen. Die Netzwerkisolierung verhindert normalerweise nicht, dass das Gerät Daten an externe Server überträgt.

Auch Sicherheitslücken innerhalb des Geräts bleiben bestehen.

Deshalb solltest du die Firmware deiner Smart-Home-Geräte weiterhin aktualisieren und Produkte ohne Sicherheitsupdates kritisch betrachten. Auch die Router-Firmware solltest du regelmäßig aktualisieren, damit bekannte Sicherheitslücken geschlossen werden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Cloud-Anbindung.

Viele smarte Geräte lassen sich über die Server des Herstellers steuern. Dabei spielt es häufig keine Rolle, ob dein Smartphone und das Smart-Home-Gerät in unterschiedlichen lokalen Netzwerken angemeldet sind.

Das ist praktisch, bedeutet aber auch, dass die Trennung vom Heimnetz nicht automatisch den Datenaustausch mit dem Hersteller einschränkt.

Vorsicht bei zusätzlichen WLAN-Netzwerken und Repeatern

Wenn du WLAN-Repeater, Mesh-Systeme oder zusätzliche Access Points verwendest, solltest du die Gastnetz-Funktion genauer prüfen.

Nicht jedes Gerät übernimmt die Netzwerkisolierung des Routers auf dieselbe Weise.

Ein zusätzlicher Access Point kann beispielsweise ein eigenes Gast-WLAN anbieten, das je nach Konfiguration trotzdem mit dem normalen Heimnetz verbunden ist.

Auch bei Mesh-Systemen hängt die Unterstützung vom jeweiligen Hersteller und Betriebsmodus ab.

Prüfe deshalb, ob dein Gastnetzwerk an allen gewünschten WLAN-Zugangspunkten verfügbar ist und die Trennung tatsächlich erhalten bleibt.

Ein einfacher Verbindungstest mit einem Laptop oder Smartphone hilft dabei.

Gastnetzwerk und spezielles IoT-WLAN sind nicht immer dasselbe

Einige Router bieten inzwischen einen eigenen WLAN-Bereich für IoT-Geräte an. IoT steht für Internet of Things, also das Internet der Dinge.

Solche WLANs sollen die Verbindung älterer oder einfacher Smart-Home-Geräte erleichtern.

Sie können beispielsweise auf das 2,4-GHz-Band ausgerichtet sein oder besondere Kompatibilitätseinstellungen verwenden.

Allerdings bedeutet die Bezeichnung IoT-WLAN nicht automatisch, dass die angeschlossenen Geräte vom privaten Heimnetz isoliert sind.

Manche Router stellen lediglich einen zusätzlichen WLAN-Namen bereit. Andere bieten eine echte Gerätetrennung mit eigenen Zugriffsregeln.

Wenn du ein spezielles IoT-Netzwerk verwenden möchtest, solltest du deshalb dieselben Sicherheitsprüfungen durchführen wie bei einem normalen Gastnetzwerk.

Fazit: Smart-Home-Geräte gezielt vom Heimnetz trennen

Ein richtig eingerichtetes Gastnetzwerk ist eine praktische Möglichkeit, die Sicherheit deines Heimnetzwerks zu verbessern. Besonders bei einfachen Smart-Home-Geräten mit Cloud-Anbindung lässt sich die Trennung häufig ohne großen Aufwand umsetzen.

Wichtig ist, dass dein Router tatsächlich eine Netzwerkisolierung unterstützt. Ein zusätzlicher WLAN-Name allein reicht dafür nicht aus.

Ich würde vor allem WLAN-Steckdosen, einfache smarte Haushaltsgeräte und andere unabhängig arbeitende Geräte in ein separates Gastnetz verschieben. Geräte mit lokaler Steuerung würde ich dagegen nur dann trennen, wenn ihre Funktionen anschließend weiterhin zuverlässig arbeiten.

Für die meisten Privatanwender ist das ein sinnvoller Mittelweg zwischen Sicherheit und Bedienkomfort. Eine aufwendige VLAN-Konfiguration ist dafür normalerweise nicht erforderlich.

Nutzt du bereits ein separates Gastnetzwerk für deine Smart-Home-Geräte, oder scheitert die Trennung bei dir an bestimmten Geräten oder deren Steuerung?